Amphorenwein

Amphorenwein

Amphorenwein

Georgischer Ampoherwein ist weltberühmt  und gelten unter Kenner als Geheimtipp. Diese traditionale georgische Weinverarbeitungsmethode in Amphoren ist einzigartig und steht als älteste Methode seit 2013 unter UNESCO Schutz. Amphorenweine haben in Georgien eine sehr alte Geschichte. Seit 8.000 Jahren werden diese Weine in Georgien ohne Unterbrechung hergestellt. Diese Tradition wird behutsam von Generation zu Generation weitergegeben.

Wissenschaftliche Funde

Bei der archäologischen Ausgrabungen durch ein internationales Team wurden 2011 im Ort Shulaveri Tonkruge sowie kultivierte Samen von den Reben gefunden. Diese Kruge und Samen weisen auf ein Alter von ca. 6.000 Jahren auf. Dieser einmaliger Fund zeigt, dass die Geschichte der kultivierten Reben sowie des Weinkelterns ca. vor 8.000 Jahren in Georgien begann und von dort aus in die ganze Welt verbreitet wurde.

Amphorenwein und das Herstellungs Prozess

Das Prozess der Herstellung des Amphorenweins beginnt in einer Töpferei. Die Amphoren werden aus Ton hergestellt. Die Größe von solcher Weinamphore variiert von 20lLbis zu 2.000L. Die Wände sind sehr dünn, deswegen werden die Amphoren unter der Erde bis zum Hals vergraben, sonst würde solche Amphore den Befüllungsdruck nicht standhalten und zerbrechen. Solche Weinamphoren zu fertigen ist ein Meisterwerk. Die Aussage von deutschem Naturforscher Friedrich Wilhelm Parrot auf einer Forschungsreise in den Kaukasus 1815/1818 lautet:

„Die Anfertigung solcher Gefäße aus Ton, so dünn ausgearbeitet, dass man nicht begreift, wie sie nicht unter der Hand zusammenfallen, und zugleich so regelmäßig und so dauerhaft, möchte wohl für manchen geübten Töpfer Europas eine schwierige Aufgabe sein.“

Ein weiterer Grund warum die Amphoren unter der Erde begraben werden ist die Temperatur. Die Gärungstemperatur wird von der Erde reguliert und bleibt konstant. Das sorgt für eine optimale Gärung bei 20-28 °C.  Eine weitere Besonderheit der Amphorenweine ist es, dass die Gärung auf Maische stattfindet bzw. die Maische wird vom Saft nicht getrennt. Die Weinamphoren werden zu etwa drei Vierteln mit Maische und Most gefüllt. Die Gärung setzt sofort ein. Mehrmals täglich wird der Tresterhut untergerührt. Ist die aktive Gärung beendet, werden die Amphoren mit Holz oder einem Schieferstein bedeckt. Zwischen den Weinamphoren und Deckel werden Blätter verschiedener Bäume gelegt und die Öffnung mit feuchtem Ton versiegelt, in den lediglich ein Rohr für das entweichende CO2 eingesetzt wird. Die poröse ovale Amphorenstruktur bringt Naturhefen hervor. Bei traditionellem georgischen Amphorenwein werden keine chemische Zusatzstoffe verwendet. Die Wände vom Amphoren sind durchlässig für Luft und Wasser. Um die größeren Poren zu schließen, werden die Innenwände mit hydrophobem Bienenwachs ausgeschmiert. Dadurch kann die innere Oberfläche leichter gereinigt werden und Bakterien haben kaum Raum zum Überleben. Außerdem kann keine Flüssigkeit durch die Wand nach außen dringen. Die kleinsten Poren dagegen bleiben offen für die Luft und der Wein kann atmen. So erfolgt eine Mikrooxidation.

Amphorenwein. Geschmack, Aroma und Farbe

Der Amphorenwein wird zur unterschiedlichen Zeit in Amphoren vergoren, von 2 Wochen bis 9 Monaten. Je nach Gärungsdauer in einer Amphore entstehen verschiedene Geschmacks-, Farb-,-und Aromenrichtungen. Je kürzer der Wein in einer Amphore auf Maische verbleibt desto leichter, heller und alkoholarmer wird der er.  Je länger desto intensiver ist die Farbe, das Geschmack und Alkoholgehalt.

Weiße Amphorenweine entwickeln eine bezaubernde Bernsteinfarbe.  Solche Weine werden durch die Färbung auch als Orangeweine bezeichnet.

Geschmacklich entwickeln weiße Amphorenweine eine geschmackliche Vilefalt von exotischen leichten, Früchten, wie z.B. Birne, Quitten, Zitrone oder Apfel, bis hin zu herb schweren Geschmacksrichtungen. Roter Amphorenwein zeichnet sich mit einer tiefdunklen Farbe, übergehend in eine schwarze Tintenfarbe. Solche rote Amphorenweine werden in Georgien dank ihrer Farbe als „Schwarzweine“ genannt.

Allgemein enthalten Amphorenweine mehr Intensität, Körper und sind viel mehr tanninreicher als die klassische Weine. Auch der Alkoholgehalt ist stärker. Rote und weiße Amphorenweine haben im Durchschnitt einen Alkoholgehalt von 13,5-bis 15%.

Amphorenwein. Verbreitung und Popularität in verschiedenen Länder der Welt

Amphorenwein ist nicht nur in Georgien beliebt. Diese älteste Weinherstellungsmethode gewinnt immer mehr Popularität in verschiedenen Ländern der Welt. In Westeuropa fing der Trend an, als der italienische Starwinzer Josko Gravner (Friaul) 2001 begann, die ersten Amphorenweine herzustellen:“ Die Amphoren wirken auf den Wein wie ein Verstärker in der Musik, die guten Töne werden noch besser, schlechte hingegen schlechter.“

Josko Gravner, Winzer aus Friaul, Italien.

 

In Deutschland In Rheinhessen war das ökologische Weingut Schmitt 2013 das erste Weingut mit einer Amphore, aus der Bianka und Daniel Schmitts Weißburgunder Orpheus stammt. In Österreich Winzer Bernhard Ott in Wagram (Niederösterreich) gab es 2009 nach dem Anquetschen seiner besten Trauben der Sorte Grüner Veltliner kein Zurück mehr. Die matschige Masse, Maische genannt, füllte er in riesige, ins erdreich eingelassene Amphoren.

Die Herstellung solcher Weine erlebt eine Renaissance in Portugal, Spanien, Slovenien und in vielen anderen Länder der Welt. Immer mehr Winzer produzieren solche antike Weine in Amphoren.

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